Historischer Zeitstrahl


Was für eine königliche Idee: In Zeiten wirtschaftlicher Schwäche und Hungersnöte traf König Wilhelm I. gemeinsam mit seiner Gattin Katharina mit der Gründung der „Centralstelle des landwirtschaftlichen Vereins“ 1817 eine weise Entscheidung. Auslöser dafür war der Ausbruch des Vulkans Tambora im Jahr 1815 auf der fernen Insel Sumbawa im heutigen Indonesien. Bedingt durch die Vulkanasche verfinsterte sich der Himmel und führte in Württemberg zu Missernten. Die Not und die Sorgen bei der Bevölkerung und vor allem bei den Bauern waren groß. Aus einem landwirtschaftliches Fest mit Pferderennen und Preisverleihungen für herausragende Leistungen in der Viehzucht, das am 28. September 1818, einen Tag nach des Königs 36. Geburtstag erstmals gefeiert wurde, ist ein Volksfest geworden. 


Ausbruch des Vulkans Tambora

Ausbruch des Vulkans Tambora auf der Insel Sumbawa im heutigen Indonesien. Die Folge: ein Jahr ohne Sommer - Gase und Staub sorgten jahrelang für Klimaveränderungen mit Missernten und Hungersnöte in Süddeutschland

1815

Centralstelle des landwirtschaftlichen Vereins

König Wilhelm I. und seine Frau Katharina gründen die „Centralstelle des landwirtschaftlichen Vereins“ zur Förderung der Landwirtschaft.

1817

1. Cannstatter Volksfest

Am 28. September 1818, einen Tag nach des Königs 36. Geburtstag, wird auf dem Cannstatter Wasen ein großes landwirtschaftliches Fest gefeiert mit Pferderennen und herausragende Leistungen in der Viehzucht – es ist das "Landwirtschaftliche Fest zu Kannstadt" und damit das 1. Cannstatter Volksfest.

28.09.1818

Gründung der Universität Hohenheim

Gründung der Universität Hohenheim am 20. November 1818. Sie geht zurück auf die landwirtschaftliche Unterrichts-, Versuchs- und Musteranstalt durch König Wilhelm I. (Erster Direktor der Anstalt war Johann Nepomuk Hubert von Schwerz).

20.11.1818

Festzug

Erstmals wird von einem Festzug mit mehr als 10.000 Teilnehmern und über 100.000 Zuschauern entlang der Straßen berichtet. König Wilhelm I. feiert sein 25-jähriges Regierungsjubiläum. Ihm zu Ehren wird die Jubiläumssäule auf dem Schlossplatz gestiftet. 

1841

Landwirtschaftlichen Akademie

Die Universität Hohenheim wird durch Erlass von Wilhelm I. zur Landwirtschaftlichen Akademie erhoben.

1847

Hochwasser auf dem Wasen

Hochwasser auf dem Wasen: Die Wassermassen spülen die Festzelte weg. Das Volksfest muss ausfallen. 

1851

Kaisertreffen auf dem Wasen

König Wilhelm I. begrüßt Kaiser Napoleon III. und Zar Alexander II. von Russland am 28. September auf dem Volksfest.

28.09.1857

Das Amts- und Intelligenzblatt

Das Amts- und Intelligenzblatt für das Oberamt Cannstatt berichtet über das Volksfest, bei dem die Buden erstmals „in drei Hauptstraßen und zahlreichen Nebenstraßen angeordnet“ sind.

1860

1876 / 1881

Am 28. September 1876 besucht Kaiser Wilhelm I. mit seinem Schwiegersohn Großherzog Friedrich I. das Volksfest, ebenso im Jahre 1881.

1876

Cannstatter Volksfest nicht mehr jährlich

Auf Weisung von König Karl, Sohn und Nachfolger von Wilhelm I., wird das Cannstatter Volksfest nicht mehr jährlich, sondern nur noch alle zwei Jahre veranstaltet. Diese Regelung bleibt bis zu seinem Tod (1891) bestehen. 

1882

Vereinigung

Die Oberamtsstadt Cannstatt wird mit der Residenzstadt Stuttgart vereinigt, aber nicht eingemeindet. Der Festplatz wird verbessert. 

1905

1914 – 1918

Während des Ersten Weltkrieges setzt das Volksfest aus. In den Jahren danach wird die Fruchtsäule als „monarchistisches Überbleibsel“ betrachtet und nicht mehr aufgestellt.

1914

Das Radio berichtet

Erstmals berichtet das Radio über das Volksfest: 9.839 angemeldete Radiohörer des Süddeutschen Rundfunks (heute SWR) wurden Zeuge der „ersten aktuellen Berichterstattung vom Wasen“. 

1924

Das Volksfest pausiert

Das Volksfest pausierte zugunsten der Ausstellung der „Deutschen Landwirtschaftlichen Gesellschaft“. 

1925

Nationalsozialistische Phase 1933 - 1939

Zwischen 1933 und 1939 liegt die nationalsozialistische Phase. In diesen Jahren finden fünf Volksfeste statt. 1933 fällt das Volksfest zugunsten des 15. Deutschen Turnfestes aus. Als Ersatz gibt es ein Erntedankfest auf dem Marktplatz. Das 103. Volksfest 1938 ist das letzte in der NS-Zeit. Der Kriegsbeginn am 1. September 1939 beendet jäh alle Aufbauarbeiten.

1933

100. Volksfest

Zum 100. Volksfest kehrt die Fruchtsäule auf den Wasen zurück. Im Jubiläumsjahr findet auch ein Landwirtschaftliches Hauptfest statt. Es soll das einzige in diesen schwierigen politischen Zeiten bleiben.

1935

Der Neubeginn mit dem "Herbstfest"

Der Neubeginn wird überschattet durch die Kriegsfolgen und das Flüchtlingselend. Der Cannstatter Wasen bietet angesichts der Trümmer einen traurigen Anblick. Das erste Fest nach dem Krieg trägt bescheiden den Titel „Herbstfest“. 

1949

Die Fruchtsäule kehrt zurück

Die Fruchtsäule kehrt auf den Wasen zurück und wird erstmals wieder aufgestellt. 

1953

80. Landwirtschaftliche Hauptfest

Das 80. Landwirtschaftliche Hauptfest findet statt. Nach dem Zweiten Weltkrieg und zu Beginn der 50iger Jahre dauert das Fest zunächst zehn und dann zwölf Tage.

1954

Stuttgarter Großbrauereien

Erstmals werden vier Zelte der Stuttgarter Großbrauereien auf dem Cannstatter Volksfest aufgestellt

1957

LWH alle drei Jahre

Für das LWH wird ein neuer 3-Jahres-Turnus mit einer großen landwirtschaftlichen Fachausstellung vereinbart. 

1965

16 Tage Cannstatter Volksfest

Die Dauer des Cannstatter Volksfest wird auf 16 Tage verlängert, zudem gibt es eine neue Fruchtsäule. Sie ist 26 Meter hoch und wiegt drei Tonnen.

1972

Sanierung

Der Wasen wird saniert und der Festplatz umgestaltet. Durch den Wegfall der Stuttgarter Brauerei Wulle gibt es nur noch drei Brauerei-Festzelte. 

1982

Die erste Stadtbahn

Premiere für den Nahverkehr: Die erste Stadtbahn hält an der Haltestelle „Fruchtsäule“. 

1988

150. Cannstatter Volksfest

Das 150. Cannstatter Volksfest wird mit einem großen Umzug gefeiert. Das 93. Landwirtschaftliche Hauptfest ergänzt das Volksfestjubiläum. 

1995

Entdeck’ den Bauern in Dir

Unter dem Motto „Entdeck’ den Bauern in Dir“ wird das 97. LWH erstmals von der in.Stuttgart Veranstaltungsgesellschaft organisiert. Gleichsam wird der Turnus von drei auf vier Jahre angepasst. 

2006

17 Tage Cannstatter Volksfest

Das Cannstatter Volksfest wird um einen Tag verlängert und öffnet ab 2007 bereits am Freitag und dauert nunmehr 17 Tage. Der SWR überträgt die Eröffnungsfeier live im Abendprogramm. 

2007

Das Doppel-Jubiläum

200 Jahre Cannstatter Volksfest und 100. Landwirtschaftliches Hauptfest wird mit einem Historischen Volksfest auf dem Stuttgarter Schlossplatz gefeiert. 

2018